Potsdam.
Wie es wurde, was es ist.

Rainer Gerlach liest das Potsdamer ABC

  • seit 1981 freischaffender Regisseur und Schauspieler
  • 1995 bis 2011 Regisseur und Autor des Kabaretts "Die Thespisnarren", Norderstedt
  • seit 1954 Synchronsprecher
  • seit 1977 Synchronregisseur

Weil der wunderbare Park Sanssouci teils von Mauern, teils von Zäunen umgeben ist, muss sich, wer hinein möchte, durch ein Portal begeben. Oder er kennt einen der kleinen, verschwiegenen Zugänge, die das Sanssouci-Erlebnis noch zu steigern vermögen. Der Affengang ist ein solcher. ... weiter lesen

Am Ende der Langen Brücke, wo unmittelbar neben dem neu errichteten Landtagsgebäude die Humboldtstraße beginnt, steht ein kleiner Baum. Eine Linde. Zur 1000-Jahr-Feier im Jahr 1993 wurde sie neu gepflanzt. Nun ist sie groß genug, dass an ihrem dünnen Stamm Zettel mit allerlei Wünschen angebracht werden können. ... weiter lesen

Kaum war klar, dass die Potsdamer Mitte ein Gebäude erhält, das äußerlich dem unter Friedrich II.  gestalteten Stadtschloss sehr nahe kommt, ging der Streit los: Darf man den neuen Bau, in den der brandenburgische Landtag einziehen sollte, nun "Stadtschloss" nennen oder lieber "Landtag in der Kubatur des Schlosses" oder "Landtagsschloss"? Oder wie? ... weiter lesen

Fritz Rumpf war ein Kunstmaler. 1856 in Frankfurt (Main) geboren, war er Spross einer angesehenen, das heißt wohlhabenden Familie. Diverse Erbschaften ermöglichten es ihm, sich am Potsdamer Heiligen See eine imposante Villa nach eigenem Geschmack bauen zu lassen. ... weiter lesen

Ehrenbürger

Seit 1822 gibt sich die Stadt Potsdam die Ehre, herausragende Persönlichkeiten mit der Ehrenbürgerschaft zu bedenken. Der erste Potsdamer Ehrenbürger war der Verwalter des Königlichen Schauspielhauses, einer, der die Bürger mit Hochkultur versorgte. ... weiter lesen

Die Wahrheit ist: In Potsdam wird gestorben wie anderswo auch. Also braucht es Friedhöfe. Vielleicht gibt es hier dennoch ein paar Besonderheiten. Der älteste noch bestehende Friedhof ist der jüdische unterhalb des Pfingstberges. ... weiter lesen

Wer heutzutage einer quicklebendigen Garde-Formation begegnen will, besuche am besten den rheinischen Karneval. Während der fünften Jahreszeit tauchen sie dort allenthalben auf. Und dann schmettern sie auch noch alle das Operettenlied von 1930: „Adieu, mein kleiner Gardeoffizier“. ... weiter lesen

Eigentlich ist es ganz einfach, sich die Namen der preußischen Könige und Kaiser aus dem Hause Hohenzollern zu merken, die von Berlin und Potsdam aus erst Brandenburg, dann Preußen und schließlich ganz Deutschland regierten. ... weiter lesen

Mitten in Potsdam steht ein Stein des Anstoßes. Er ist fast 60 Meter hoch und von allen Ecken der Stadt zu sehen. Er scheint mit der Kuppel der Nikolaikirche um die Aufmerksamkeit der Betrachter wetteifern zu wollen. ... weiter lesen

Ohne die Jagd wäre Potsdam nie eine Residenzstadt geworden. Seit dem Mittelalter war die Jagd ein Privileg der Mächtigen. Sie beanspruchten in den Forsten ihrer Länder das alleinige Recht zur "Hohen Jagd" (Rot- und Schwarzwild) und immer mehr auch zur "Niederen Jagd" (Hasen, Fasanen, Enten usw.). ... weiter lesen

Wenn heutzutage Soldaten marschieren, dann tun sie das in der Öffentlichkeit meist im Gleichschritt. Und der ist auch bei der Bundeswehr immer gleich: 114 Schritte pro Minute bei einer Schrittlänge von 80 Zentimetern. ... weiter lesen

Der spätere "Soldatenkönig" hatte bereits in jungen Jahren ein Faible für „lange Kerls“. Zum Teil war es militärisches Kalkül, das ihm sagte, die Jungs mit den langen Armen könnten Granaten weiter werfen und sie könnten die Gewehre mit den langen Läufen schneller nachladen. ... weiter lesen

Achtung, jetzt wird es politisch unkorrekt! Denn die Rede ist von den "Mohrenpfeifern"?  Hinter diesem Wort verbergen sich dunkelhäutige Musiker im Leibregiment des „Soldatenkönigs“. Friedrich Wilhelm I. hatte zwei dieser Exoten aus dem Hofstaat seines Vaters übernommen, der bekanntlich jede Marotte europäischer Fürstenhäuser kopierte. ... weiter lesen

Das Nauener Tor bildet mit einer Ecke des Holländischen Viertels einen urbanen Platz, der in der warmen Jahreszeit von mehreren Cafés und Restaurants als Außenanlage genutzt wird. Er ist bei den Potsdamern äußerst beliebt und die Tische werden, wenn es nur geht, gegen Touristen nach Kräften verteidigt. ... weiter lesen

An der Kreuzung Breite Straße / Dortustraße regelt eine Ampel den Verkehr. Wäre sie nicht vorhanden, hätten weder Autos noch Fußgänger eine Chance, die Breite Straße zu überqueren. Was einst als kurfürstliche "Freiheit" angelegt war, ist heute eine vierspurige Magistrale, auf der gleich zwei bedeutende Bundesstraßen verlaufen: Die Bundesstraße 1 quer durch Deutschland und die Bundesstraße 2 längs durch das Land. ... weiter lesen

Pietät war in der alten Residenzstadt Potsdam immer sehr wichtig. Eine Pietät der besonderen Art können wir im Park Sanssouci erleben. Bei aller Freude über die herrlichen Anlagen und die schönen Schlösser kann man leicht vergessen, dass der Park ein ganz besonderer Begräbnisplatz ist. ... weiter lesen

Den Buchstaben Q haben wir uns für eine Person aus dem Umkreis von Friedrich dem Großen aufgehoben: Quintus Icilius, ein sehr widersprüchlicher Mensch – genau wie auch sein König: ein preußischer Offizier, Feingeist und Schriftsteller. Eine seltene Mischung. ... weiter lesen

Das Zeitalter der Reiseführer begann mit der Eisenbahn. Bereits ein Jahr nach der Eröffnung der Bahnstrecke Berlin - Potsdam im Jahr 1838 erschien in der Stuhrschen Buchhandlung ein Bändchen namens "Spaziergang durch Potsdam und Berlin". ... weiter lesen

Trauen Sie keiner Werbung! Schon gar nicht, wenn vor Weihnachten oder vor Ostern ein gutgelaunter Chocolatier mit einem großen Löffel in einem Topf herumrührt, um essbare Weihnachtsmänner oder Osterhasen entstehen zu lassen. ... weiter lesen

Der berühmteste Sturz in Potsdam war wohl der des goldenen Atlas von der Kuppel des Alten Rathauses. Das geschah am Abend des 16. Juli 1776, zwölf Tage nach der Verabschiedung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, der Gründungsurkunde der USA. ... weiter lesen

Potsdamer Theater-Liebhaber kennen natürlich das Schlosstheater im Neuen Palais, nur noch wenige können sich an das "Kanaloper" genannte Schauspielhaus erinnern, das 1945 in Flammen aufging, ein paar mehr werden es ein, die im Hans Otto Theater in der Zimmerstraße miterlebt haben, wie "Die Preußen kommen", und noch mehr haben sicherlich die verzweifelten Versuche des städtischen Theaters nicht vergessen, in der "Blechbüchse" am Alten Markt den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. ... weiter lesen

Infanterie und Kavallerie waren lange Zeit die beiden Säulen des preußischen Heeres. Bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges wurde um den effektiven Einsatz dieser Waffengattung herumexperimentiert. Denn eine lange Tradition bei der Reiterei gab es nicht. ... weiter lesen

Es ist doch erstaunlich, wie treffend der berühmte Volksmund besonders auffällige Bauwerke bezeichnen kann. Zum Beispiel das "Vorhemdchen", mit dem die Potsdamer repräsentative Vorbauten bezeichneten, die die Aufgabe hatten, die bescheidenen Gebäude dahinter zu verdecken. Sie sollten vorn Pracht vorgaukeln, wo es hinten zu mehr nicht gereicht hatte. ... weiter lesen

Ob die Hohenzollern den Ausschlag dafür gaben, dass seit dem Einzug von Kurfürst Friedrich I. in die Mark Brandenburg der Weinanbau einen großen Aufschwung erlebte, mag offenbleiben. Auf jeden Fall war das Land zwischen Elbe, Havel und Oder bis zum Dreißigjährigen Krieg ein Weinland. ... weiter lesen

In den 27 Jahren seiner Regierung soll der Soldatenkönig mindestens 12 Millionen Taler für sein Leibregiment verwendet haben. Genau lässt sich das nicht mehr nachprüfen, denn vor seinem Tod soll der König alle Unterlagen verbrannt haben. Im Lauf der Jahre bildeten sich feste Preise für einen geworbenen „Langen Kerl“ heraus. ... weiter lesen

Die Geschichte kennt Charakterköpfe, die sich zwischen blinder Pflichterfüllung und ihrem eigenen Gewissen zu entscheiden hatten. Sie zogen damit den Zorn ihrer Herren auf sich und gingen ein hohes persönliches Risiko ein. ... weiter lesen

Nichts wie Zirkus um den „Zirkus“, der da schon seit scheinbar ewigen Zeiten gleich hinter der Produktionsstätte von "Katjes" an der Wetzlaer Straße steht. Eigentlich ist es ein markanter Bau, diese sechseckige Halle mit dem Kuppeldach von 48 Metern Spannweite und einer Höhe von 14 Metern. Er steht mitten im Gewerbegebiet "Gewerbe im Park" und stört nur. ... weiter lesen