Potsdam.
Wie es wurde, was es ist.

Hohenzollern

Eigentlich ist es ganz einfach, sich die Namen der preußischen Könige und Kaiser aus dem Hause Hohenzollern zu merken, die von Berlin und Potsdam aus erst Brandenburg, dann Preußen und schließlich ganz Deutschland regierten. Denn dazu genügen zwei Vornamen: Friedrich und Wilhelm. Man muss beide nur richtig kombinieren und mit einer passenden Römischen Zahl versehen, und schon hat man: Friedrich I., Friedrich II. und Friedrich III., weiter Wilhelm I. und Wilhelm II. und dann in der Kombination Friedrich Wilhelm I., II., III. und IV. Wäre 1918 die Monarchie nicht krachen gegangen, dann hätte es einen Wilhelm III. und danach einen Wilhelm IV. gegeben. So einfach ist das. 

Warum waren die Hohenzollern so fantasielos in der Namenswahl ihrer Könige und Kaiser? Der Namensstifter für alle Friedriche und Wilhelme war der „Große Kurfürst“ Friedrich Wilhelm, jener Held, der Brandenburg nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder stark machte. Friedrich II. schrieb über ihn: „Er ward der Neubegründer und Verteidiger seines Vaterlandes, der Schöpfer von Brandenburgs Macht, der Schiedsrichter für seinesgleichen, der Stolz seines Volkes.“ Kein Wunder, wenn sich seine Nachfolger wünschten, wie er in die Geschichte einzugehen. 

Der Reihe nach: Von den 13 Kindern aus zwei Ehen des „Großen Kurfürsten“ war Friedrich der älteste, der das Erwachsenenalter erreichte. Als Kurfürst war er der III. und als selbstgekrönter König der I. Er war prunksüchtig und verschwenderisch. Wie wenig Söhne nach dem Vater geraten können, zeigte Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“. Wenig eitel, wenn es um die eigene Person ging, dafür cholerisch und extrem geizig. Seine einzige Leidenschaft waren groß gewachsene Grenadiere. Der nächste Thronwechsel brachte einen neuen Charakter an die Macht: Friedrich II., Schöngeist, musisch begabt, einer, der sich selbst als Philosoph sah. Zugleich war er aber ein Draufgänger und Hasardeur. Er nutzte den vom Vater angesammelten Reichtum, um durch Kriege seinen Machtbereich zu vergrößern. 

Zu seinem Nachfolger wurde kein Sohn (Friedrich II. hatte keine Kinder), sondern ein Neffe. Er war der Älteste von vier Kindern eines in Ungnade gefallenen Bruders von Friedrich II. und hatte selbst stark unter der Verachtung seines Onkels zu leiden. Er trug wieder den Namen des Großen Kurfürsten mit dem Zusatz "II.". Seine Regentschaft dauerte nur elf Jahre, doch hinterließ er mit dem Neuen Garten und dem Marmorpalais eine der schönsten Anlagen des klassischen Potsdam und er war der Begründer einer ununterbrochenen Folge von Regenten. 

Ihm folgte sein Sohn Friedrich Wilhelm III. für 43 Jahre, dann für etwa 21 Jahre dessen Sohn, Friedrich Wilhelm IV. Dessen schwere Krankheit, die ein Regieren unmöglich machte, brachte den Bruder Wilhelm 1858 an die Regentschaft. Er war nach dem Tod des Bruders ab 1861 als Wilhelm I. der erste preußische König seines Namens und gut zehn Jahre später auch deutscher Kaiser. Er regierte bis 1888. Dessen Thronfolger hörte auf die Namen Friedrich, Wilhelm, Nikolaus und Karl. Er entschied sich dafür, als Kaiser Friedrich III. zu regieren. Allerdings war ihm das nur 88 Tage lang vergönnt. Dann folgte dessen Sohn, wiederum ein Wilhelm. Als Wilhelm II., letzter deutscher Kaiser, ging er in die Geschichte ein.